lilawohnt

Zielgruppe

Housing First bietet Wohnmöglichkeiten für volljährige, allein­lebende Personen, die sich als weiblich identifizieren (das vereins­interne Verständnis von Geschlecht ist nicht binär) und für die eines oder mehrere der folgenden Kriterien zutrifft:

  • die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, in prekären Wohnverhältnissen leben, oder von akuter Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen sind.
  • die bereits langfristig oder von wiederholter Wohnungslosigkeit betroffen sind.
  • mit psychosozialem Unterstützungsbedarf: Aufgrund instabiler, psychosozial belastender Situationen (z.B. Trennung, Gewalterfahrung, Psychische Erkrankung, Suchterkrankung, Flucht, Arbeitslosigkeit).
  • die über ein Einkommen (z.B. Erwerbseinkommen, AMS-Bezug, Bedarfsorientierte Mindestsicherung, Pension) verfügen, welches die Finanzierung von Wohnkosten und Lebensbedarf ermöglicht.
  • die durch ihren Aufenthaltstitel Zugang zum Arbeitsmarkt haben.
  • die einen niedrigen Grad an sozialer Inklusion aufweisen.

Keine Wohnmöglichkeit kann Frauen* angeboten werden

  • bei selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten
  • die akut von Gewalt betroffen sind
  • bei Notwendigkeit einer dauerhaften stationären Pflege

Angebot

  • Sozialarbeiterische Unterstützung von Frauen* in der eigenen Wohnung (Kontakt mit Ämtern und Institutionen, finanzielle und rechtliche Beratung, berufliche Orientierung und Arbeitssuche etc.)
  • Unterstützung bei Wohnungsanmietung und Wohnungserhalt: langfristige Anmietung der Wohnung, eigener Mietvertrag (idealerweise Stadtwohnung)
  • Psychosoziale Begleitung, um Gesundheit und Wohlbefinden zu stärken
  • Krisenintervention
  • Erweiterung der Handlungs­kompetenzen im Alltag
  • Förderung der Sozialen Inklusion

Grundprinzipien

Die Unterstützung orientiert sich an den Qualitäts­standards der FEANTSA (Dachorganisation der Wohnungs­losen­einrichtungen in Europa) für Housing First Angebote.
  • Wohnen ist ein Menschenrecht
  • Wohnstabilität und Existenzsicherung
  • Unterstützung setzt auf aktive Beteiligung, ohne Druck und Zwang
  • Trennung von Wohnen und Unterstützung
  • Wahlfreiheit und Entscheidungs­möglichkeit in der Begleitung – eigene Verantwortungsübernahme
  • Recovery-Orientierung (Fokus auf psychischem und physischem Wohlergehen)
  • Harm Reduction (Reduzierung der schädlichen Folgen von Alkohol- und/oder Drogenkonsum)
  • Die Begleitung erfolgt so lange wie nötig und kann bei Bedarf wieder aufgenommen werden
  • Klientinnen* können in der eigenen Wohnung verbleiben
  • Personen­zentrierte Unterstützungs­planung
Siehe Housing First Guide Europe